Bava Batra 285

Kapitel 285

א וכרכיש בה רישיה בי מדרשא אזל לגביה א"ל אילו א"ל קני כחמור מי קני
1 und er nickte mit dem Kopfe. Hierauf ging er zu ihm, und dieser sprach zu ihm: Würde jemand denn eignen, wenn einer zu ihm sagen würde: eigne dies gleich einem Esel!?
ב דאיתמר קני כחמור לא קנה את וחמור רב נחמן אמר קנה מחצה ורב המנונא אמר לא אמר כלום ורב ששת אמר קנה הכל
2 Es wurde nämlich gelehrt: [Sagte jemand:] eigne dies gleich einem Esel, so hat er es nicht geeignet; wenn aber: du und der Esel, so hat er, wie R. Naḥman sagt, die Hälfte, wie R. Hamnuna sagt, nichts, und wie R. Šešeth sagt, alles geeignet.
ג אמר רב ששת מנא אמינא לה דתניא רבי יוסי אומר אין לך מר בקישות אלא פנימי שבו לפיכך כשהוא תורם מוסיף על החיצון שבו ותורם
3 R. Šešeth sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre: R. Jose sagte: Bei Gurken ist nur das Innere bitter, daher muß man, wenn man von diesen die Hebe entrichtet, etwas zum Äußeren hinzufügen.
ד אמאי את וחמור הוא
4 Weshalb denn, dies gleicht ja dem Falle: du und der Esel!? –
ה שאני התם דמדאורייתא תרומה מעלייתא היא
5 Anders verhält es sich da, denn nach der Tora ist die Hebe gültig.
ו דאמר רבי אילעא מנין לתורם מן הרע על היפה שתרומתו תרומה שנאמר (במדבר יח, לב) ולא תשאו עליו חטא בהרימכם את חלבו ממנו ואם אינו קדוש נשיאות חטא למה מכאן לתורם מן הרע על היפה שתרומתו תרומה
6 R. Ilea͑ sagte nämlich: Woher, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist? Es heißt<i>:</i><i>ihr sollt seinethalben auf euch keine Sünde laden, wenn ihr das Beste davon abhebt</i>, und wenn es nicht heilig wäre, könnte ja keine Sünde aufgeladen werden. Hieraus also, daß die Absonderung der Hebe vom Schlechten für das Gute gültig ist.
ז אמר ליה רב מרדכי לרב אשי מתיב רב אויא תיובתא מעשה בחמש נשים ובהן שתי אחיות וליקט אחד כלכלה של תאנים ושלהן היתה ושל שביעית היתה ואמר הרי כולכן מקודשות לי בכלכלה זאת וקבלה אחת מהן ע"י כולן אמרו חכמים אין אחיות מקודשות
7 R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: R. Ivja erhob dagegen folgenden Einwand: Einst ereignete sich ein Fall mit fünf Frauen, unter welchen zwei Schwestern waren, daß jemand einen Korb mit Feigen sammelte, die ihnen gehörten und vom Siebentjahre waren, und zu ihnen sprach: ihr alle sollt mir mit diesem Korbe angetraut sein, und eine von ihnen ihn für alle entgegennahm. Da entschieden die Weisen, die Schwestern seien nicht angetraut.
ח אחיות הוא דאין מקודשות הא נכריות מקודשות ואמאי את וחמור היא
8 Also nur die Schwestern nicht, wohl aber die Fremden; weshalb denn, dies gleicht ja dem Falle: du und der Esel!?
ט אמר ליה היינו דחזאי רב הונא בר אויא בחלמא דמותיב רב אויא תיובתא לאו מי אוקימנא דאמר הראויה מכם לביאה תתקדש לי
9 Dieser erwiderte: Deshalb sah ich auch R. Hona b. Ivja im Traume, denn R. Ivja erhob dagegen einen Einwand. Haben wir etwa nicht erklärt, wenn er gesagt hat: diejenigen von euch, die zum Beischlafe geeignet sind, sollen mir angetraut sein.
י ההוא דאמר לה לדביתהו נכסיי ליך ולבניך אמר רב יוסף קנתה מחצה ואמר רב יוסף מנא אמינא לה דתניא רבי אומר (ויקרא כד, ט) והיתה לאהרן ולבניו מחצה לאהרן מחצה לבניו
10 Einst sagte jemand zu seiner Frau: Mein Vermögen soll dir und deinen Kindern gehören. Da entschied R. Joseph, sie erhalte die Hälfte. R. Joseph sprach: Dies entnehme ich aus folgender Lehre<i>:</i><i>Es soll Ahron und seinen Söhnen gehören</i>, die Hälfte Ahron und die Hälfte seinen Söhnen.
יא אמר ליה אביי בשלמא התם אהרן בר חלוקה הוא להכי פרט ביה רחמנא למשקל פלגא אשה לאו בת ירושה היא דיה שתטול כאחד מן הבנים
11 Abajje sprach zu ihm: Allerdings gilt dies dort, denn Ahron war an der Verteilung mitbeteiligt, und wenn der Allbarmherzige dies noch besonders erwähnt, so besagt dies, daß er die Hälfte erhalte, eine Frau aber ist ja an der Erbschaft nicht beteiligt, somit genügt es, wenn sie einen Anteil gleich einem der Söhne erhält. –
יב איני והא עובדא הוה בנהרדעא ואגביה שמואל פלגא בטבריא ואגביה רבי יוחנן פלגא ותו כי אתא רב יצחק בר יוסף אמר ההוא דמי כלילא דשדו דבי מלכא אאבולי ואאיסטרוגי אמר רבי ניתבו אבולי פלגא ואיסטרוגי פלגא
12 Dem ist aber nicht so; einst ereignete sich ein solcher Fall in Nehardea͑, und Šemuél ließ die Hälfte einfordern; in Tiberjas, und R. Joḥanan ließ die Hälfte einfordern. Ferner erzählte R. Jiçḥaq b. Joseph, als er kam, daß, als man einst von der Regierung auf Bule und Startege das Geld zur Herstellung einer Krone auferlegte, Rabbi entschied, daß Bule die Hälfte und Startege die Hälfte zu geben haben. –
יג הכי השתא התם מעיקרא כי הוו כתבי אאבולי הוו כתבי ואיסטרוגי הוו מסייעי בהדייהו וידע מלכא דהוו קא מסייעי השתא [מאי דקא כתבי] אאבולי ואאיסטרוגי למימרא דהני פלגא והני פלגא
13 Was soll dies: da mußte, wenn man Bule etwas auferlegte, auch Startege beitragen, und da es bei der Regierung bekannt war, daß beide beizutragen haben, so wurden Bule und Startege im Schriftstück deshalb besonders genannt, damit diese die Hälfte und jene die Hälfte beitragen.
יד מתיב רבי זירא האומר הרי עלי מנחה מאה עשרון להביא בשני כלים מביא ששים בכלי אחד וארבעים בכלי אחד
14 R. Zera wandte ein: Sagte jemand: ich nehme auf mich, ein Speisopfer von hundert Zehntel in zwei Gefäßen darzubringen, so muß er sechzig in einem Gefäße und vierzig in einem anderen Gefäße darbringen;